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Jungjägerlehrgang 2025/2026
Vom Vegetarier zum Jungjäger – Mein Weg im Jungjägerkurs 2025/2026
Als ich mich für den Jungjägerkurs 2025/2026 der Jägerschaft Gifhorn anmeldete, betrat ich in vielerlei Hinsicht Neuland. Dreizehn Jahre lang lebte ich vegetarisch und hatte bis dahin kaum Berührungspunkte mit Jagd und Waidwerk. Erst durch meinen Schwiegervater wurde mein Interesse für dieses Thema geweckt. Entsprechend groß waren meine Neugier und mein Respekt vor dem, was mich erwarten würde. Heute, nach Abschluss des Kurses, kann ich sagen: Es war eine der wertvollsten und schönsten Erfahrungen der vergangenen Jahre.
Der Kurs fand auf der wunderschönen Schießanlage in Westerbeck statt – einem Ort, der für viele von uns schnell zu einem zweiten Zuhause wurde. Hier wurden nicht nur Kenntnisse vermittelt, sondern auch zahlreiche gemeinsame Erinnerungen geschaffen. Bereits nach kurzer Zeit entwickelte sich aus einer Gruppe unterschiedlichster Menschen eine starke Gemeinschaft. Menschen verschiedensten Alters, mit den unterschiedlichsten beruflichen und persönlichen Hintergründen, fanden über die gemeinsame Leidenschaft für Natur, Wild und Jagd zusammen. Was als Ausbildung begann, wurde schnell zu etwas viel Größerem. Aus vielen Gesprächen, gemeinsamen Lerneinheiten und Erlebnissen entstanden Freundschaften, die weit über die Kurszeit hinaus bestehen werden.
Besonders beeindruckt hat mich die Art und Weise, wie die Ausbilder ihr Wissen vermittelten. Jeder Einzelne brachte nicht nur ein hohes Maß an Fachkompetenz mit, sondern vor allem eine spürbare Leidenschaft für die Jagd. Gerade für jemanden wie mich, der vollkommen „unbefleckt“ und ohne jagdliche Vorkenntnisse in den Kurs gestartet war, war dies von unschätzbarem Wert.
Als langjähriger Vegetarier waren für mich der respektvolle Umgang mit Tieren sowie Umwelt- und Naturschutz schon immer wichtige Themen. Umso mehr hat mich während des Kurses die Erkenntnis geprägt, dass Jagd weit mehr ist als die nachhaltige Gewinnung von Wildbret. Sie bedeutet vor allem Verantwortung für Wild, Natur und Lebensräume. Die Ausbildung hat mir eindrucksvoll gezeigt, welchen wichtigen Beitrag Jägerinnen und Jäger zum Natur-, Arten- und Tierschutz leisten. Diese Erkenntnis hat meinen Blick auf die Jagd nachhaltig verändert.
Niemand wurde allein gelassen, jede Frage fand Gehör und jeder Anwärter wurde auf seinem persönlichen Wissensstand abgeholt. Hervorheben möchte ich insbesondere die Schießausbildung, die Ausbildung im Bereich Haarwild sowie die zahlreichen praktischen Unterrichtseinheiten. Die Schießausbildung auf der Anlage in Westerbeck vermittelte weit mehr als nur den sicheren Umgang mit der Waffe. Sie machte deutlich, welche Verantwortung mit der Jagdausübung einhergeht und wie wichtig Disziplin, Konzentration und Respekt sind. Ebenso herausragend war die Ausbildung im Fach Federwild, in der die Vielzahl an Inhalten verständlich und praxisnah vermittelt wurden. Das Fach Jagdpraxis sorgte schließlich dafür, dass Theorie und Praxis miteinander verbunden wurden und die Praxiseinheiten und Reviergänge ließen das Erlernte unmittelbar verständlich werden.
Bemerkenswert war darüber hinaus das außergewöhnliche Engagement vieler Ausbilder. Für zahlreiche von ihnen endete ihr Einsatz nicht mit dem offiziellen Unterrichtsende. Immer wieder nahmen sie sich auch außerhalb der Kurseinheiten Zeit für uns, beantworteten Fragen, organisierten zusätzliche Übungsmöglichkeiten oder unterstützten einzelne Teilnehmer gezielt bei ihren Herausforderungen. Dieses ehrenamtliche Engagement und die persönliche Hingabe verdienen höchste Anerkennung und waren ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs unseres Jahrgangs.
Eine besondere Ehre war es für mich persönlich, von meinen Mitstreitern zum Jahrgangssprecher gewählt zu werden. Dass mir, als jemandem ohne jagdlichen Hintergrund dieses Vertrauen entgegengebracht wurde, erfüllt mich bis heute mit großem Stolz. Die Verantwortung für den Jahrgang
übernehmen zu dürfen und gleichzeitig Teil dieser besonderen Gemeinschaft zu sein, war für mich eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.
Mit der bestandenen Jägerprüfung und dem Erwerb des „Grünen Abiturs“ endet nun eine intensive, lehrreiche und zugleich wunderschöne Zeit. Natürlich erfüllt mich der erfolgreiche Abschluss mit Stolz. Noch wichtiger sind jedoch die Erinnerungen an die gemeinsamen Stunden, die Kameradschaft, die Unterstützung untereinander und die vielen Erlebnisse, die uns als Jahrgang zusammengeschweißt haben.
Heute blicke ich mit einer gewissen Wehmut auf diese Zeit zurück. Nicht nur, weil ich unglaublich viel über Wild, Natur, Jagd und Verantwortung gelernt habe, sondern vor allem, weil ich Menschen kennenlernen durfte, die diese Monate zu etwas Besonderem gemacht haben. Die Jägerschaft Gifhorn hat mit diesem Jungjägerkurs weit mehr geschaffen als eine Vorbereitung auf die Prüfung. Sie hat Wissen vermittelt, Leidenschaft geweckt und Menschen zusammengebracht.
Für all das möchte ich mich im Namen unseres Jahrgangs herzlich bei allen Ausbilderinnen und Ausbildern, den Organisatoren sowie den vielen Unterstützern bedanken. Die Erinnerungen an den Jungjägerkurs 2025/2026 werden uns noch lange begleiten.
Waidmannsheil!
KaiFesser
Jahrgangssprecher
Jungjägerkurs 2025/2026























